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Mobile Mittagsküche

Suppen aus dem Autoheck


VON DETLEF SUNDERMANN

"Ich muss jetzt aber arbeiten", unterbricht Marie-Lu Hoewert das Gespräch abrupt mit Blick auf Leute, die auf ihren Verkaufsstand zusteuern. Die 42-jährige Friedrichsdorferin weiß, die Mittagspause der Kundschaft ist knapp. "Ratatouille, Ingwer-Creme- und Türkische Rote Linsensuppe", sagt Hoewert an. Die beiden Büroangestellten wählen Ratatouille. Eine andere Kundin belässt es beim Nachtisch. Milchgrieß hat Hoewart an diesem Tag dabei. "Mit oder ohne Haut", fragt sie.

Vor fünf Jahren begann die quirlige Frau, Suppen auf Bestellung auszufahren. Damals löffelte sie noch die Suppen aus Thermotöpfen im Heck eines Smart in die Becher. Als Ich-AG war sie gestartet. Inzwischen wird die heiße Flüssignahrung in zwei Kastenwagen zum Kunden gebracht, und das Unternehmen Suppen-Mobil beschäftigt zwei Minijobber. Das Unternehmen hat sogar eine Corporate Identity, fast alles ist in quietsch-orange gehalten.

Der eigene Frust mit der Versorgung in Büro brachte die ehemalige Freiberuflerin in der Marktforschung auf die Idee. "Meist gab es in der Kantine Pappbrötchen mit irgendwas dazwischen", sagt Hoewert. Nicht nur am eigenen kulinarischen Verlangen entdeckte sie die Marktlücke, frisch gemachtes Essen morgens oder mittags dort anzubieten, wo das stationäre Angebot fehlt.
Aus pragmatischen Gründen zog Howert die ambulante Suppenküche einem Frühstücksmobil vor. "Ich bin keine Frühaufsteherin ", sagt sie. Das mit dem lange Ausschlafen hat sich inzwischen erledigt: Wenn Zeitungsträger durch die Straßen ziehen, ist die 42-Jährige schon auf den Beinen, um im Großmarkt einzukaufen.

"Meine Suppen sind gesunde Suppen und ohne Fertigprodukte", sagt Hoewert mit Stolz im Ton. Ein Nebengebäude an ihrem Wohnhaus hat sie sich als gewerbliche Küche umbauen lassen. Dort werden die Ingredienzien geputzt, kleingeschnibbelt und in Töpfen, wie sie in Großküchen Verwendung finden, gegart.
Bekömmlich soll sie sein

Geschmacksverstärker wie Glutamat kommen Hoewert nicht in den Topf. Auch Laktose bleibt aus der Suppe. Der für manche schwer verträgliche Milchzucker ist nur dann in der Löffelware enthalten, wenn ihn die Produkte mitbringen, etwa bei der Kartoffellauchsuppe.

Mit 50 Liter diverser Suppen (Überschwappen ist ausgeschlossen) und einigem an Nachspeise im Heck auf gut Glück vor den Büropalästen auf Kundschaft hoffen, das funktioniert nicht. Die Kunden lassen sich bei Hoewert via E-Mail registrieren und erhalten die Ankündigung, wann das Suppen-Mobil in der Nähe wieder Halt macht. Der Vertriebsradius geht über den Hochtaunus hinaus.

Hoewert ist gut darin, die Leute direkt auf der Straße anzuwerben. "Ich laufe den Leuten hinterher und drücke ihnen einen Griespudding in die Hand", sagt sie. Warum keine Suppe? "Die Beschäftigten kommen oft vom Essen. Für den Gries ist noch Platz, oder sie essen ihn später", sagt die pfiffige Geschäftsfrau.

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