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"Suppen-Marie" macht heiß auf Suppe und Reis

Von Petra Knobel, 05.01.2010

Frankfurt. Bei Wind und Wetter stehen die Menschen vor dem Suppen-Mobil Schlange. Ob in Eschborn oder Kronberg, in Bad Homburg, Neu-Isenburg oder Frankfurt: Die "Suppen-Marie", die mit bürgerlichem Namen Marie-Lu Hoewert heißt und bis 2004 als Angestellte in der Marktforschung tätig war, ist mit ihren Mitarbeitern jeden Tag in Rhein-Main unterwegs und versorgt ihre hungrigen Kunden mit Suppen, Würstchen - und Milchreis.

Obwohl auf den ersten Blick die Suppe die Hauptrolle in Maries Angebot spielt, ist es doch der Milchreis, der den Erfolg ihrer Geschäftsidee überhaupt erst möglich gemacht hat.

"Letztlich ist der Milchreis der Schlüssel zum Glück", sagt die Suppen-Marie (42) lachend und erklärt sogleich: "Mit meinem Milchreis verführe ich mögliche neue Kunden zur Suppe."

Wie viele verschiedene Suppen Marie-Lu Hoewert seit dem Start ihres Suppen-Mobils im Jahr 2004 gekocht hat, kann sie nicht genau sagen. "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht eine Suppe mit dabei habe, die ich zuvor noch nicht im Angebot hatte", sagt die gebürtige Frankfurterin, die zunächst überlegt hatte, sich mit einem mobilen Frühstücksservice selbstständig zu machen.

Doch dann kamen ihr die Suppen in den Sinn. War sie in den ersten zwei Jahren noch allein mit ihrem Kleinwagen unterwegs, aus dessen Kofferraum sie ihre Suppen fast vom ersten Tag an mit großem Erfolg verkaufte, so sind mittlerweile drei Fahrzeuge unterwegs, um die Kunden in der Mittagspause mit dem täglich frisch zubereiteten Angebot zu verköstigen.

Nach Absprache fahren die Suppen-Mobile bei zahlreichen Firmen im Rhein-Main-Gebiet vor. Über einen E-Mail-Verteiler erfahren die Hungrigen, wann die Suppen-Marie wo Halt macht. "Die Kommunikation per Mail funktioniert bestens. Ich bekomme auf diesem Weg auch viele Rückmeldungen und Anregungen - und Beschwerden, wenn der Milchreis mal nicht dabei war", erzählt die Suppen-Marie.

Genau, der Milchreis. Den drückt die 42-Jährige potenziellen Kunden gerne mal in die Hand, um sie auf ihr Angebot neugierig zu machen. Fast ist die Suppen-Marie ein wenig verwundert darüber, dass der Nachtisch bei ihren Kunden so begehrt ist, doch sie vermutet: "Die meisten Leute wissen wohl gar nicht mehr, dass man den ganz einfach selbst machen kann, deshalb essen sie den offenbar nur bei mir."

Maries Suppen werden aus frischen Zutaten und ohne Konservierungsstoffe zubereitet, eine laktosefreie Variante ist auch immer dabei. Zwischen jeweils drei Suppen können sich die Kunden entscheiden, besonders beliebt seien die Käse-Hack-Suppe, die Kürbissuppe, Chili con Carne und die indische Currysuppe. "Jetzt im Winter gibt es auch öfter Eintöpfe, im Sommer sind klare Suppen beliebter", sagt Marie-Lu Hoewert, die ihr Unternehmen fast im Alleingang führt.

Zweimal wöchentlich kauft sie im Großmarkt ein, wenn Grüne Soße auf dem Speiseplan steht, sogar jeden Tag - beziehungsweise jede Nacht. "Nachts um zwei fahre ich zum Großmarkt, und anschließend geht das Schnippeln los. Während die Suppen dann köcheln, schlafe ich vielleicht mal ein wenig", erklärt die Suppen-Marie. Das sei schon "richtig schwere Arbeit", die ihr aber dennoch viel Spaß mache.

"Die Leute freuen sich, wenn ich komme", sagt sie - und erkennt es auch daran, dass sich die Kunden bei Regen und Sturm in die Schlange stellen. Für solche Tage hat sie immer Gästeschirme dabei. Und auch die Firmen, auf deren Parkplätzen sie Station macht, freuen sich über die mobile Suppenküche.

"Die finden es gut, wenn ihre Mitarbeiter nicht eine Stunde lang in der Kantine sitzen", vermutet Hoewert. Eine persönliche Lieblingssuppe hat die Suppen-Marie nicht. Sie koche alle Suppen gerne, sagt sie, und manchmal brenne auch bei ihr noch etwas in den 100 Liter fassenden Töpfen an.

"Neulich war's die Linsensuppe, da muss ich eben noch mal neu kochen", sagt sie. Und wenn es dann etwas später wird, informiert sie ihre Kunden per Mail - aber Hauptsache, dem Milchreis ist nichts passiert.

 

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